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20 Jahre KJHG : Veröffentlichung mit Beitrag des AFET-Vorsitzenden

 Herr Kröger (1.Vorsitzender des AFET) wurde zu der Veranstaltung „20 Jahre Kinder- und Jugendhilfegesetzt -kritische Würdigung, Bilanz und Ausblick“ beim Deutschen Instituts für Urbanistik anlässlich der Verabschiedung von Herrn Prof. Dr. Dr. h.c. Wiesner eingeladen. Wir dokumentieren im Folgenden seinen Beitrag.

20 Jahre Kinder- und Jugendhilferecht – eine kritische Würdigung aus der Perspektive der freien Träger 

Von der Fachtagung finden Sie hier einen Tagungsbericht.

20 Jahre Kinder- und Jugendhilfegesetz.
Kritische Würdigung, Bilanz und Ausblick
(Neuerscheinung Nov. 2010 der Arbeitsgruppe Fachtagungen Jugendhilfe im Deutschen Institut für Urbanistik )

Die Arbeitsgruppe Fachtagungen im Deutschen Institut für Urbanistik hat die Beiträge zur Tagung  20 Jahre Kinder- und Jugendhilfegesetz. Kritische Würdigung, Bilanz und Ausblick in einem Buch zusammengefasst und kürzlich veröffentlicht. Herr Kröger, der 1. Vorsitzende des AFET, brachte die Sicht der freien Jugendhilfe auf zwanzig Jahre KJHG ein.

Aus der Ankündigung der Veröffentlichung (Homepage des Deutschen Instituts für Urbanistik):

Das Kinder- und Jugendhilfegesetz (KJHG) feiert in diesem Jahr seinen 20.Geburtstag. 20 Jahre sind ein guter Anlass, eine Zwischenbilanz zu ziehen und dabei auch die künftige Entwicklung in den Blick zu nehmen. Und so haben wir es dann auch auf dieser Tagung gemacht: Gemeinsam mit der Fachszene und „unserem Ministerialrat“ Prof. Dr. Dr. h.c. Reinhard Wiesner, der sich nach dieser Tagung in den Ruhestand verabschiedete, reflektiert, bilanziert, uns erinnert und gemeinsam in die Zukunft geschaut. Es war fast ein bisschen wie auf einem Klassentreffen und doch anders, weil ja auf einem Klassentreffen üblicherweise keine Fachdebatten geführt werden. Es war eine durch historische Bezüge geprägte, inhaltlich dichte und oft auch emotional geprägte Diskussion, die gut getan und Impulse zur Weiterentwicklung des SGBVIII gegeben hat.

Man kann unmöglich kurz und knapp wiedergeben, was Inhalt dieser Tagung war, daher nur exemplarisch die beiden folgenden Auszüge aus der Debatte:

Prof. Dr. Reinhard Joachim Wabnitz, Fachbereich Sozialwesen, Hochschule RheinMain, Wiesbaden, sagte, dass das SGB VIII auch deshalb als „Erfolgsgeschichte“ bezeichnet werden könne, weil es in den Folgejahren nach seinem Inkrafttreten im Wesentlichen durch Leistungsverbesserungen und nicht durch Leistungseinschnitte gekennzeichnet war und ist. Weiteren Reformbedarf für die Zukunft sehe er aber gleichwohl in mehreren Punkten: Nicht nur mit Blick auf die Betreuungsangebote für die unter Dreijährigen, sondern auch in den Paragraphen § 13 (Jugendsozialarbeit), § 19 (Mutter-Kind-Einrichtungen) und § 74 (Subventionsfinanzierung) sollten explizite Rechtsansprüche eingeführt werden. Zudem sollte in § 16 ein Anspruch auf frühe Hilfen von schwangeren Frauen sowie von Eltern eingefügt werden, die für Kleinkinder zu sorgen haben.

Andere richteten den Blick auf ihre Anfangszeit in der Kinder- und Jugendhilfe und das damals neue KJHG, so wie z.B. Cornelia Scheplitz aus Frankfurt (Oder): Sie sagte, wirklich „begriffen“, wirklich bewusst gestaltet und in diesem Sinne verstanden, habe sie das KJHG erst im Laufe der Jahre: „Was ich so ganz besonders an diesem Gesetz finde, ist, dass es dir Gestaltungsspielraum gibt, dass es dich ‚machen’ lässt, dass es den Sinn zwischen den Zeilen fordert – natürlich ausgenommen jene Momente, wo man es auch ‚maaal’ genau wissen muss und besser nachschlägt, als frei zu interpretieren. Ich habe es immer äußerst geschätzt, dem tiefen humanen Sinn dieses Gesetzes und seiner Einmaligkeit nachzuspüren und dies in unserem Alltag ab und an bewusst zu machen. Und dafür auch sehr gern ein Stück kommunale Selbstverwaltung ‚herzugeben’. Diese Einmaligkeit besteht für mich darin, gesetzlich verpflichtet zu sein, mit zu tragen an der Sorge und der Verantwortung dafür, dass dem Aufwachsen der Kinder und Jugendlichen in unserem Land eine höchstmögliche Aufmerksamkeit gewährt wird, damit sie sich zu eigenverantwortlichen und gemeinschaftsfähigen Persönlichkeiten entwickeln können.“

Aus dem Inhalt

Vorwort: Kerstin Landua, Arbeitsgruppe Fachtagungen Jugendhilfe im Deutschen Institut für Urbanistik, Berlin

Eröffnung: Prof. Dr.-Ing. Klaus J. Beckmann, Deutsches Institut für Urbanistik, Berlin

Grußwort der Bundesministerin für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, Dr. Kristina Schröder

Einführungsreferat
Josef Hecken, Staatssekretär, Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, Berlin

Wie alles begann – ein historischer Rückblick

Strukturprinzipien der Kinder- und Jugendhilfe

Kritische Würdigung des Kinder- und Jugendhilfegesetzes

Arbeitsgruppen: Kinder- und Jugendhilfe und ihre Partner: Wie (gut) funktioniert die partnerschaftliche Zusammenarbeit? Wo liegen noch Zukunftsaufgaben?

Wohin geht die Reise? Eine persönliche Verabschiedung mit einem fachlichen Blick in die Zukunft der Kinder- und Jugendhilfe
Ministerialrat Prof. Dr. Dr. h.c. Reinhard Wiesner, Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, Berlin

20 Jahre Kinder- und Jugendhilfegesetz. Kritische Würdigung, Bilanz und Ausblick
Arbeitsgruppe Fachtagungen Jugendhilfe im Deutschen Institut für Urbanistik (Hrsg.)
Veröffentlichungsangaben
Aktuelle Beiträge zur Kinder- und Jugendhilfe, 77, 2010, 180 S., deutsch
ISBN: 978-3-931418-84-7
Preis:17.00€

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20 Jahre KJHG - Bilder der Veranstaltung