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Expertengespräch zur Situation von Kindern psychisch kranker Eltern
"Für eine gelingende Zusammenarbeit brauchen wir ressortübergreifende Finanzierung und ressortübergreifendes Handeln“
Am 01. Februar 2011 fand in Hannover ein Expertengespräch zur Situation von Kindern psychisch kranker Eltern statt. Daran nahmen ExpertInnen aus der Erwachsenenpsychiatrie, Kinder- und Jugendpsychiatrie, Pädiatrie, Kinder- und Jugendhilfe sowie VertreterInnen der Familienhebammen, des Sozialpsychiatrischen Dienstes, der Psychotherapeuten und der Betreuer von psychisch Kranken teil.
Die Gesprächsinhalte bezogen sich auf drei wesentliche Themenfelder:
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auf die Einschätzung der Kindeswohlgefährdung und des daraus resultierenden Hilfebedarfs,
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auf die Rolle der Elternschaft in den Behandlungs- und Hilfesettings und
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auf die Gestaltung der regionalen Kooperationen zwischen dem Gesundheitswesen und der Kinder- und Jugendhilfe.
Im Laufe der Veranstaltung entstand Konsens darüber, dass der Unterstützungsbedarf von Familien mit einem psychisch erkrankten Elternteil oftmals auf verschiedenen Unterstützungsebenen - bei der Krankheitsbewältigung, bei Erfüllung der elterlichen Pflichten oder bei der Förderung der Kindesentwicklung – liegt. Diese Hilfen werden durch unterschiedliche Leistungserbringer (öffentliche und freie Träger der Jugendhilfe, medizinische Institutionen, niedergelassene Praxen etc.) und häufig versäult angeboten. Die strukturell versäulten Leistungsbereiche stellen aktuell, so die ExpertInnen, eine der größten Hürden bei der Initiierung und Etablierung systematischer leistungsbereichsübergreifender Zusammenarbeit dar. Das bezieht sich sowohl auf die Abstimmung der Gewährung von Hilfen als auch auf ihre Finanzierung.
Die inhaltlichen Ergebnisse des gesamten Expertengesprächs in Form einer Dokumentation sind jetzt erschienen in der AFET-Veröffentlichung 72/2011.. Ein wesentliches Ergebnis ist, dass dem AFET gelungen ist, verbindliche KooperationspartnerInnen für weitere Bearbeitung dieses komplexen Themas durch das Expertengespräch gewinnen zu können.
Als Reaktion auf dieses erste Gespräch und als Vorbereitung auf die interdisziplinäre Weiterbearbeitung dieses Themas hat der AFET-Fachausschuss Theorie und Praxis der Erziehungshilfe ein Diskussionspapier erarbeitet, das in der Ausgabe des Dialoges Erziehungshilfe 1-2/2011 veröffentlicht ist.