Geschäftsbericht
Der AFET – Bundesverband für Erziehungshilfe e. V. gibt mit dem Geschäftsbericht 2010 in gewohnter Gliederung einen Einblick in die vielfältigen verbandlichen Aktivitäten dieses Jahres. Zugleich bietet dieser Bericht die Chance, die verbandlichen Tätigkeiten vor dem Hintergrund der satzungsgemäßen Aufgaben kritisch zu überprüfen, um die fachlichen Weiterentwicklungen zielgerichtet steuern zu können.
Im AFET ist die leitende Ebene der unterschiedlichen Bereiche der Erziehungshilfe vertreten u. a. öffentliche und freie Träger der kommunalen Ebene, Landesjugendämter, oberste Landesjugendbehörden, Landesgliederungen und Spitzenverbände der freien Wohlfahrtspflege sowie kommunale Spitzenverbände und Fach(hoch)schulen, um die Wesentlichen zu nennen.
Auf der Grundlage seiner Satzung und vor dem Hintergrund seiner besonderen Mitgliederstruktur lässt sich das Aufgabenprofil des AFET definieren als Unterstützung der Fachebene und als Drehscheibe für den Wissens- und Informationstransfer zwischen Wissenschaft – Praxis – Politik. Die verbandlichen Aktivitäten werden dabei geleitet von dem Bestreben, konsensfähige Standpunkte zu entwickeln, um einen hohen Grad an Verbindlichkeit auf der Grundsatz-, Rahmen- und Umsetzungsebene der Erziehungshilfe zu gewährleisten mit dem Ziel der kontinuierlichen Qualifizierung und Weiterentwicklung der Erziehungshilfe. In diesem Sinne versteht sich der AFET als Plattform für den Dialog innerhalb der Praxis, insbesondere zwischen öffentlichen und freien Trägen der Jugendhilfe, den beteiligten Partnern aus Praxis, Wissenschaft und Politik und zu den Nachbardisziplinen, insbesondere der Schule, Justiz und dem Gesundheitswesen.
Der Geschäftsbericht informiert über die Themen, mit denen sich der Verband im Jahr 2010 befasste.
Besonders zu erwähnen ist in erster Linie die Durchführung der bundesweiten Fachtagung „Ausgrenzung und Integration – Erziehungshilfe zwischen Angebot und Eingriff“ im Mai 2010. Diese Tagung orientierte sich mit Titel und Inhalt am Europäischen Jahr 2010 zur Bekämpfung von Armut und sozialer Ausgrenzung und griff Themen auf, die im AFET bereits vorher intensiv diskutiert wurden. Dies waren insbesondere die Themen wie „Armut“, „Migration“, „Umgang mit den besonders schwierig scheinenden Jugendlichen“ und die Frage des „Umgangs mit Kindern psychisch kranker Eltern(teile)“. Diese Themen wurden diskutiert auf der Folie der moralischen Verantwortung der Erziehungshilfe (Vortrag Prof. Dr. Thiersch), der Auseinandersetzung mit den zwei Hüten der HzE: dienstleistungsorientierte Hilfeplanung und Eingriff im Sinne des Kindeswohls (Vortrag Prof. Dr. Ziegler) und der Frage, die u.a. der 13. KJB stellte, in welchem Verhältnis Prävention, Förderung und Beteiligung zueinander stehen (Dr. Seckinger). Die Fachtagung wurde dokumentiert im Dialog Erziehungshilfe 4/2010.
Weitere große Themen waren
-
die Heimerziehung der 50er/60er Jahre. Herr Kröger nahm für den AFET am Runden Tisch Heimerziehung teil und der Vorstand beriet zu den Sitzungen und dem Zwischenbericht des Runden Tisches. Er veröffentlichte eine Presseerklärung zum Zwischenbericht und entwickelte eine Empfehlung für den Runden Tisch für die weitere Suche nach Lösungsvorschlägen, insbesondere bezüglich der Fortführung und des Ausbaus von Anlaufstellen.
In Zusammenhang mit diesem Thema hatte der AFET eine Expertise bei Herrn Prof. Dr. Schrapper in Auftrag gegeben mit dem Ziel, eine Einschätzung entwickeln zu können zur damaligen Positionierung des AFET zur Heimerziehung der 50er/60er Jahre. Diese Expertise übergab Herr Prof. Dr. Schrapper im November dem Vorstand. -
Die Integration aller Kinder – auch der geistig und körperlich behinderten – in das SGB VIII („Große Lösung“)
Hierzu gründete der AFET in Kooperation mit der IGfH eine Arbeitsgruppe. Diese erörtert die Vor- und Nachteile einer Großen Lösung unter dem Dach der Kinder- und Jugendhilfe und entwickelt Eckpunkte einer Strategie, wie sich die JH den konkreten Umsetzungserfordernissen stellen kann.
Neu in 2010 war ein parlamentarischer Abend, den die Erziehungshilfefachverbände AFET, BVkE, EREV und IGfH gemeinsam im März 2010 durchführten.
Unser Dank gilt auch in diesem Jahr wieder
-
dem BMFSFJ für die finanzielle Förderung und für die gute Zusammenarbeit in 2010
-
Ihnen allen, die im und für den AFET tätig waren, für Ihr Interesse an der Arbeit unseres Verbandes, für Ihr Engagement in den Organen und Gremien, für Ihre Mitarbeit bei der Fachtagung und den weiteren Fachveranstaltungen und für Ihre schriftlichen Beiträge und fachliche Begleitung
-
den benachbarten Fachverbänden für die gute und vertrauensvolle Kooperation.
Hannover, im Februar 2011
Rainer Kröger Cornelie Bauer
1. Vorsitzender Geschäftsführerin
Bestellen Sie den Geschäftsbericht für das Jahr 2010 in der Geschäftsstelle unter: info@afet-ev.de
Der Geschäftsbericht liegt nur als CD vor.
Geschäftsbericht online bestellen